Haarzyklus, was ist der haarzyklus?

Der Haarzyklus bezeichnet die Abfolge von drei Phasen im Leben eines Haares: die Wachstumsphase, die Übergangs- und schließlich die Ruhephase. Von 100.000 Haaren des Kopfes befinden sich etwa 85 – 90 % in der Wachstumsphase, 1 – 3 % in der Übergangsphase und 10 – 15 % in der Ruhephase. In einem gesunden Haarzyklus wächst das Haar, ruht und fällt aus, damit neue Haare nachwachsen können. Jeder Haarfollikel hat seinen eigenen Zyklus. Der asynchrone Wechsel von Haarwachstum und Haarausfall sorgt dafür, dass ein Mensch immer genügend Haare auf dem Kopf hat

01.

Wachstums- oder Anagenphase

Haarwachstum beginnt mikroskopisch klein im untersten Teil des Haarfollikels, der Haarzwiebel. Keratinreiche Zellen werden nach oben geschoben und bilden dabei den Haarschaft, der nach und nach auf dem Kopf sichtbar wird. In der Wachstumsphase werden die Haare mit der Zeit länger und dicker und bilden schließlich ein kräftiges Terminalhaar. Bei Frauen dauert die Anagenphase durchschnittlich 6 Jahre, bei Männern 4 Jahre.

02.

Übergangs- oder Katagenphase

In dieser Phase kommen Nährstoffversorgung und der Zellstoffwechsel des Haares nach und nach zum Erliegen. Die Haarfollikel schieben sich Richtung Kopfhaut und verhornen. Infolge des Abbaus von Blutgefäßen und Zurückbildung der Haarzwiebel wird das Haarwachstum gestoppt. Das am unteren Ende kolbenartig verdickende Haar fällt jedoch nicht sofort aus, sondern steckt noch einige Zeit in der Haarwurzel fest. Diese Phase dauert zwei bis drei Wochen.

03.

Ruhe- oder Telogenphase

In der dritten Phase des Haarzyklus regeneriert der Haarfollikel und produziert keine Haarsubstanz. Ungefähr 2 bis 3 Monate später entwickelt sich ein neues Haar und schiebt das „alte“ Haar weiter nach oben. Das „alte“ Haar fällt nun von alleine aus. Kamm, Bürste oder andere mechanische Einflüsse, wie zum Beispiel Haarewaschen, beschleunigen den Haarausfall.

Tipps, um den Haarzyklus zu verlängern

Haarfollikel werden von Dermatologen auch Haarorgane genannt, mit Recht. Im Laufe eines Lebens produziert jeder Haarfollikel viele Meter und ein durchschnittlich produktiver  Haarschopf viele 100.000 Meter Haarsubstanz. Wie jedes andere menschliche Organ brauchen Haarfollikel ideale Arbeitsbedingungen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Unser Herz verlangt nach Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium, um Herzrhythmusstörungen zu vermeiden. Unsere Niere braucht viel Flüssigkeit und nicht zu viel Alkohol. Unsere Augen eine Sonnenbrille, um in gleißendem Sonnenlicht noch zu sehen. Gut für unsere Haare und eine Ausweitung der Wachstumsphase:

  1. Haare nicht zu oft waschen: Durch jede Haarwäsche wird wichtiges Thiocyanat aus Kopfhaut und Haaren herausgespült. Der Organismus braucht einige Tage, um diesen Mangel auszugleichen. Ohne körpereigenes Thiocyanat fällt es den Haarfollikeln schwerer, den Zellstoffwechsel an der Haarwurzel in Gang zu halten.
  2. Stress vermeiden: Psychischer Stress setzt Entzündungsprozesse in Gang, die sich negativ auf die Haarproduktion an der Haarwurzel auswirken. Der Haarfollikel reagiert mit Haarausfall, um das Haarorgan als Ganzes zu erhalten. Ist die Entzündung geheilt, beginnt die Haarproduktion von Neuem.
  3. Ausgewogene Ernährung: Haarfollikel brauchen Energie und Proteine, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können und Haarsubstanz bilden. Mangeldiäten oder Hungerkuren sind kontraproduktiv, weil sie unseren Haarorganen wichtige Bausteine vorenthalten, seien es Proteine, aber auch Fette, Kohlenhydrate, Spurenelemente, Vitamine. Alles ist wichtig.
  4. Mechanische Reize vermeiden: Dauerhafter Zug auf die Haare, zum Beispiel durch einen Pferdeschwanz, stört die Haarorgane bei ihrer Arbeit. Vergleichbar ist das mit dem sprichwörtlichen „Sand im Getriebe“. Lassen wir unsere Haarorgane möglichst unbehelligt arbeiten.
  5. Behutsames Styling: Die beliebteste Form zu stylen: mit Hitze. Werden Fön, Glätteisen oder Lockenstab zu oft benutzt, können die Haare brechen. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt: eine trockene Kopfhaut und Juckreiz.